Trainingslager in Stove – zwischen Taktik, Pizza und Bewegungsmeldern

Die 3. Herren macht sich auf den Weg ins Trainingslager und stellt dabei fest: Handball kann anstrengend sein. Schlafen übrigens auch.

Das Trainingslager der 3. Herren begann eigentlich schon am Freitag, den 28. August, standesgemäß in der heimischen Halle in Oberlübbe. Noch einmal wurde ordentlich trainiert, bevor am nächsten Morgen der große Aufbruch Richtung Norden anstand.

Samstag, 6:30 Uhr – eine Uhrzeit, die kein Handballer freiwillig sehen möchte

Am Samstagmorgen hieß es dann: Wecker stellen, Tasche packen und Augen auf. Gegen 6:30 Uhr setzte sich der Tross der 3. Herren Richtung Stove in der Nähe von Hamburg in Bewegung. Während einige Spieler die Fahrt noch für ein kleines Nickerchen nutzten, kämpften andere vermutlich bereits mit der ersten großen Frage des Tages: Warum tun wir uns das eigentlich freiwillig an?

In Stove angekommen, wurde zunächst gemeinschaftlich gefrühstückt. Frische Brötchen sorgten dafür, dass zumindest die Kohlenhydratspeicher schon einmal wussten, was auf sie zukommt. Viel Zeit zum Verdauen blieb allerdings nicht, denn um 10:30 Uhr stand bereits die erste Trainingseinheit auf dem Programm.

10:30 bis 12:00 Uhr – Taktik statt Taktlosigkeit

In der ersten Einheit lag der Schwerpunkt vor allem auf zahlreichen handballerisch-taktischen Inhalten. Spielzüge, Abwehrarbeit und verschiedene taktische Abläufe standen auf dem Trainingsplan. Es wurde geschoben, gelaufen, verschoben und hoffentlich auch verstanden, warum man das alles überhaupt macht. Nach zwei intensiven Stunden war um 12 Uhr erst einmal Mittagspause angesagt. Schließlich muss auch ein gut trainierter Handballer irgendwann etwas essen.

Das Dreier-Turnier – zwei Spiele, zwei Siege, null Chancen für die Gegner

Am Nachmittag wartete dann das erste große Highlight des Trainingslagers: ein Dreier-Turnier mit zwei Mannschaften aus dem Umfeld von Stove, die im niedersächsischen Handball zu Hause sind. Und die 3. Herren zeigte direkt, dass sich die bisherigen Trainingseinheiten gelohnt hatten. Beide Testspiele konnten erfolgreich bestritten werden. Die Abwehr stand stabil, im Angriff lief der Ball und auch spielerisch waren viele gute Ansätze zu erkennen. Die Gegner wurden ordentlich unter Druck gesetzt und bekamen an diesem Nachmittag nur wenig Gelegenheit, sich gemütlich auf dem Spielfeld einzurichten. Man merkte deutlich: Die Mannschaft macht einen Schritt nach vorne. Die taktischen Inhalte aus den vergangenen Trainingseinheiten wurden zunehmend umgesetzt und das Zusammenspiel funktionierte immer besser.

Ein besonderes Highlight war dabei auch die Partie gegen die HSG Elbmarsch. Denn im Tor der Gastgeber stand ausgerechnet der Sohn unserer Oberlübber Handball-Legende Dieter Löffelmann. Für uns natürlich eine besondere Angelegenheit: Endlich einmal gegen den Nachwuchs einer echten Oberlübber Legende spielen – und dann auch noch versuchen, ihm möglichst viele Bälle um die Ohren zu hauen. Handballherz, was willst du mehr?

Pizza, Getränke und die Erkenntnis: Der Tag ist noch nicht vorbei

Nach dem sportlich erfolgreichen Nachmittag ging es am Abend deutlich entspannter zu. Gemeinsam mit der HSG Elbmarsch wurde bei Pizza und dem einen oder anderen Getränk zusammengesessen. Es wurde gegessen, getrunken, gelacht und wahrscheinlich auch die eine oder andere Spielsituation noch einmal fachmännisch analysiert.

Irgendwann stand dann allerdings fest: Die Halle ist gleichzeitig Schlafplatz.

Was zunächst nach einer hervorragenden Idee klang, sollte sich im Laufe der Nacht als sportliche Herausforderung der besonderen Art herausstellen.

Denn die Halle verfügte über Bewegungsmelder und Festtagsbeleuchtung – und diese schienen offensichtlich einen persönlichen Trainingsauftrag zu haben.

Immer wenn irgendwo jemand einen Millimeter zu viel bewegte, ging irgendwo das Licht an. Die Folge: Einige Spieler wurden im Laufe der Nacht zuverlässig und dauerhaft geweckt. Wer also morgens behauptete, hervorragend geschlafen zu haben, hatte entweder einen sehr tiefen Schlaf – oder lag zufällig außerhalb des Wirkungsbereichs der Bewegungsmelder.

Sonntagmorgen – Frühstück statt Ausschlafen

Nach dieser äußerst erholsamen Nacht traf sich die Mannschaft erneut zum Frühstück in Stove. Die Gesichter waren teilweise etwas länger als am Vorabend, die Augen etwas kleiner – aber der Zusammenhalt war weiterhin groß. Denn es stand bereits die nächste Aufgabe an: Sachen packen, Frühstücken und ab nach Nordhemmern. Dort wartete mit dem TuS Südhemmern ein echter Härtetest. Der Gegner ist schließlich ein Ligakonkurrent für die kommende Saison und damit eine Mannschaft, mit der man sich auch im Ligabetrieb wiedersehen wird.

36:30 – Niederlage mit Kampfgeist

Dass die Beine nach den intensiven Trainingseinheiten und den beiden Spielen vom Vortag nicht mehr ganz frisch waren, wurde schnell deutlich. Gegen eine körperlich und handballerisch starke Mannschaft geriet die 3. Herren phasenweise deutlich ins Hintertreffen. Am Ende stand eine 36:30-Niederlage auf der Anzeigetafel. Doch das Ergebnis erzählt längst nicht die ganze Geschichte. Denn trotz eines teilweise hohen Rückstands kämpfte sich die Mannschaft immer wieder zurück ins Spiel. Gerade in den Phasen, in denen die Kräfte eigentlich schon auf Reserve standen, zeigte die 3. Herren Moral und Zusammenhalt. Die Belastung des gesamten Wochenendes machte sich bemerkbar. Drei Spiele, mehrere intensive Trainingseinheiten, wenig Schlaf und dazu einige Ausfälle sowie angeschlagene Spieler – die Voraussetzungen waren sicherlich schon einmal komfortabler. Trotzdem wurde bis zum Schluss gekämpft und als Mannschaft das Beste aus der Situation gemacht. Gegen einen starken Ligakonkurrenten war es damit trotz der Niederlage ein guter und wertvoller Abschluss des Trainingslagers.

Fazit: Muskelkater garantiert, Mannschaft weiterentwickelt

Nach einem Wochenende voller Training, Taktik, Testspielen, Pizza, Getränken und unfreiwilligen nächtlichen Lichtshows bleibt vor allem eine Erkenntnis:

Die 3. Herren ist als Mannschaft ein gutes Stück weitergekommen.

Die Abwehr funktioniert immer besser, im Angriff sind klare Fortschritte zu erkennen und die taktischen Abläufe werden zunehmend sicherer. Vor allem aber hat das Wochenende gezeigt, dass die Mannschaft auch dann zusammenhält, wenn die Beine schwer werden, die Kräfte nachlassen und selbst die Hallenbeleuchtung offenbar beschlossen hat, die Nachtruhe persönlich zu überwachen.

Jetzt heißt es erst einmal: Beine hoch, Muskelkater pflegen und die Bewegungsmelder verarbeiten.

Denn eines ist sicher:

Das Trainingslager in Stove war anstrengend, erfolgreich und vor allem ein richtig gutes Wochenende für die 3. Herren.

Und wenn am Ende einer sagt: „Nächstes Jahr gerne wieder!“, wissen wir zumindest, dass er in dieser Nacht vermutlich nicht direkt unter dem Bewegungsmelder geschlafen hat.